Die Railjets der ÖBB sind gestartet
Seit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 setzen die Österreichischen Bundesbahnen im Fernverkehr neue Railjet Züge ein. Dafür bestellten die ÖBB im Jahr 2006 bei Siemens Transportation Österreich 23 Railjet Garnituren, im Oktober 2007 wurde eine Option von 44 weiteren Zügen eingelöst.
Das Bild zeigt einen Probezug in Breitenstein am Semmering.
Eine Railjet Garnitur besteht aus 7 Wagen (auf 10 Wagen erweiterbar), die Höchstgeschwindigkeit beträgt 230 km/h und wird für alle vier europäischen Stromsysteme geeignet sein (Kompatibilität Zugheizung). Drei Komfortklassen bietet der neue Zug: Economy (316 Sitzplätze), First (76 Sitzplätze) und Premium (16 Sitzplätze). Insgesamt sind 408 Sitzplätze vorhanden.
Die Stirnseite des Steuerwagens wurde dem Aussehen der Taurus 3 Reihe 1216 nachempfunden. Ein Railjet fährt nicht einfach als Wendezug, dafür haben die ÖBB den neuen Begriff „Push-/Pull Betrieb“ definiert. Die Railjet Garnituren sind einheitlich ausgerichtet, die Züge sind ab Wien mit Zuglok voraus in Richtung Salzburg bespannt.
Die Bespannung erfolgt durch an das Railjet Design angepasste Taurus Lokomotiven der Reihe 1116 und 1216. An den Planlokomotiven bestehen weder besondere Anforderungen noch mussten Umbauten ausgeführt werden. Im Grunde könnte jede Reihe am Railjet hängen. Lediglich für Fahrten in die Schweiz werden die 1116 mit einem dritten Stromabnehmer nachgerüstet.
Gibt es zwischen einem normalen lokbespannten Zug und dem Railjet überhaupt technische Unterschiede? Gibt es. Die Wagen einer siebenteiligen Railjet Garnitur sind durch eine Mittelstangenkupplung fest miteinander verbunden. Die starre Verbindung ermöglicht breite und druckdichte Wagenübergänge, bei denen auf Türen verzichtet werden konnte. Nur noch jeweils an den Enden der Railjet Garnituren befinden sich Schraubenkupplung und Puffer. Das Aussetzen eines Wagens ist damit nur in einer Werkstatt oder durch mobiles Werkstattpersonal möglich.
Im Jahr 2007 konnte auf der Homepage der ÖBB und der einer große österreichischen Tageszeitung über das Aussehen der zukünftigen Railjet Züge abgestimmt werden. Dazu wurden Taurus Lokomotiven in drei unterschiedlichen Farbvarianten beklebt: die 1016 034 als “Spirit of Salzburg”, die 1016 035 “Spirit of Linz” und die 1116 200 “Spirit of Vienna”. Es überzeugte die 1116.200 “Spirit of Vienna” im dunklen, weinroten Design.
Die Montage der Railjet Züge erfolgt, ähnlich wie bei den Taurus Lokomotiven, zum größten Teil bei der ÖBB Technische Services (TS) im Werk Simmering. Die ersten acht Garnituren wurden zum Jahresende 2008 fertig und die gesamte Flotte wird bis 2014 ausgeliefert sein.
Seit dem Fahrplanwechsel am 14.Dezember 2008 fahren die ersten 2 Railjet Zugpaare auf der Westbahn, eines davon bis München (RJ 63/ RJ66). Zum Fahrplanwechsel am 13.12.2009 soll der Railjet auch zwischen Wien und Zürich verkehren. Geplant ist der Einsatz in der Schweiz mit den Zügen 160/161 „Vorarlberg“ und 164/165 „Kaiserin Elisabeth“. Der Paradezug 162/163 „Transalpin“ soll ab Juni 2010 in der Relation Zürich – Wien als Railjet verkehren.
Nennenswerte Fahrzeitgewinne wird es erst mit Fertigstellung größerer Bauvorhaben auf der Westbahn geben. Die Strecke von Wien nach Linz soll im Jahr 2012 als Hochleistungsstrecke fertig sein. Die Fahrzeit zwischen Wien und Linz wird dann nur eine Stunde betragen, Salzburg soll von Wien in 2,15 Stunden erreichbar sein und Innsbruck in knapp über 4 Stunden.
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